Aktuelle Meldungen

6.12.2018

Das Bundesamt für Naturschutz sorgt sich um Wildpflanzen

Immerhin scheint das Bundesamt für Naturschutz jetzt am Ball zu bleiben, dass der Einsatz von Pestiziden nicht nur Insekten tötet, sondern auch nunmehr unsere Wildpflanzen gefährdet sind. Zu spät sorgt sich das Bundesamt für Naturschutz und zu spät hat sich auch die Politik eingeschaltet. Seit Jahrzehnten mahnen Naturschützer und Umweltverbände die Politik die Rahmenbedingungen zu ändern. So heißt es jetzt, dass 30.8% von insgesamt 8650 Farn- und Blütenpflanzen, Moose und Algen in ihrem Bestand gefährdet sind und das sich in den letzten 20 Jahren der Zustand der Wildpflanzen gravierend verschlechtert hat. Zu verantworten haben das die Chemiekonzerne und Bauernverbände, die mit der Herstellung von Pestiziden nur an massenhaften Einsatz gedacht haben und die Bauernverbände, die sorglos den Einsatz gebilligt haben, um etwas mehr Ertrag heraus zu wirtschaften. Zu kurz gedacht.

Quelle:  Bruchsaler Rundschau vom 6.12.2018

20.11.2018

Wird es möglich sein, dass das belastete Immunsystem der Bienen ohne Chemie gestärkt wird?

Der Pilzforscher Paul Staments aus den USA kam auf die Idee, Pilze nach ihrer antiviralen Wirksamkeit zu untersuchen nachdem er beobachtet hatte, dass Bienen die Wassertröpfchen an Holzpilzen aufnahmen.

Wir wissen, nicht nur die Varroamilbe macht den Bienen sehr zu schaffen, sondern auch diverser DWV-Virenbefall setzt den Bienen zu. Dagegen wird es hoffentlich bald ein Mittel geben. Paul Staments jedenfalls hat aus zwei am Boden befindlichen Pilzgeflechten einen Extrakt hergestellt und in einem Feldversuch mit jeweils 50 Bienen aus 30 verschiedenen Völkern, den Extrakt verabreicht. Zum Vergleich diente die gleiche Anzahl von Bienen, die nur Zuckerwasser bekamen. Das Ergebnis war überwältigend. Nach 12 Tagen hatten die behandelten Bienen einen 79% geringeren Virenbefall als die Bienen, die nur Zuckerwasser erhielten. Der Forscher Staments geht davon aus, dass der Pilzextrakt nicht die Vieren tötet, sondern das Immunsystem der Bienen stärkt. Leider gibt es nicht genügend Pilzmaterial, um ausreichend Extrakt herzustellen, denn die Pilze lassen sich nicht ganz so einfach züchten wie Champignons. „Wir erhöhen die Produktion der Extrakte so schnell wie es machbar ist, damit die Behandlungsmaßnahme irgendwann in großem Umfang möglich ist“, sagt Paul Stamets

Quelle: wissenschaft.de
9.11.2018



Bundesamt für Naturschutz will ökologische Landwirtschaft fördern

So plädiert Beate Jessel, Präsidentin vom Bundesamt für Naturschutz: "Wir brauchen dringend eine Wende  in der Agrarpolitik hin zu einer naturvertäglichen Landwirtschaft und Umweltministerin Svenja Schulze mahnte  einen Wandel  beim Umgang mit Pestiziden an. "Die  intensive  Landwirtschaft ist hauptverantwortlich für den dramatischen Rückgang im Bestand von Bienen, Fliegen,  Käfern und Schmetterligen". Musste es erst so weit kommen? Wir Imker, gemeinsam mit den Naturschutzverbänden, haben schon vor Jahren vor Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft gewarnt und fanden wenig Gehör. Zu hoffen ist, dass diese Aussagen der Verantwortlichen ernstgenommen werden und die Politker insgesamt die  entsprechenden Rahmenbedingungen schaffen.

 

15.10.2018



Spezifische Eigenschaften von Honig

 Honig dürfen keine anderen Stoffe als Honig zugefügt werden.

 Honig muss, soweit möglich, frei von organischen und anorganischen honigfremden Stoffen sein. Honig dürfen jedoch keine honigeigenen Stoffe entzogen werden, soweit dies beim       Entfernen von organischen oder anorganischen honigfremden Stoffen nicht unvermeidbar ist. Abweichend davon dürfen gefiltertem Honig Pollen entzogen worden sein.

 Honig darf keinen künstlich veränderten Säuregrad aufweisen.

 Honig darf nur mit Ausnahme von Backhonig keinen fremden Geschmack oder Geruch aufweisen, nicht in Gärung übergegangen oder gegoren sein oder so stark erhitzt worden sein, dass
 die Enzyme erheblich oder vollständig inaktiviert wurden.

1     Zuckergehalt

1.1  Fructose- und Glucosegehalt (Summe)

    a) Blütenhonig mindestens 60 g/100 g
    b) Honigtauhonig, allein oder in Mischung mit Blütenhonig mindestens 45 g/100 g

1.2  Saccarosegehalt

  a) Im Allgemeinen höchstens 5 g/100 g
  b) Honig von Robinie (Robinia pseudoacacia) Luzerne (Medicago sativa) Banksia menziesil, Süßklee (Hedysarum), Roter Eucalyptus (Eucalyptus carnadulensis), Eucryphia lucida, Eucryphia
      milliganil, Citrus spp. höchstens 10 g/100 g
  c) Honig von Lavendel (lavandula spp.), Borretsch (Borago officinalis) höchstens 15 g/100 g

2.   Wassergehalt

    a) Im Allgemeinen höchstens 20%
    b) Honig von Heidekraut (Calluna) und Backhonig im Allgemeinen höchstens 23%
    c) Backhonig von Heidekraut (Calluna) höchstens 25%

3.   Gehalt an wasserunlöslichen Stofen

    a) Im Allgemeinen höchstens 0,1 g/100 g
    b) Presshonig höchstens 0,5 g/100 g

4.   Elektrische Leitfähigkeit

    a) Honigarten im Allgemeinen und Mischungen dieser Honigarten höchstens 0,8 mS/cm,
    b) Honigtauhonig und Kastanienhonig und Mischungen dieser Honigarten mind. 0,8 mS/cm

    

  Den unter den Buchstaben a und b festgelegten Anforderungen müssen die nachfolgend genannten Honigarten sowie Mischungen mit diesen Honigarten nicht entsprechen:

    

  Honige von Erdbeerbaum (Arbutus unedo), Glockenheide (Erica), Eucalyptus, Linden (Tilla ssp.), Heidekraut (Calluna vulgaris), Leptospermum, Teebaum (Melaleuca spp.).

5.   Gehalt an freien Säuren

    a) Im Allgemeinen höchstens 50 Milliäquivalente Säure /Kilo
    b) Backhonig höchstens 80 Milliäquivalente Säure /Kilo

 6.  Hydroxymethylfurfuralgehalt (HMF), bestimmt nach Behandlung und Mischung

    a) Im Allgemeinen, mit Ausnahme von Backhonig höchstens 40 mg/kg
    b) Honig mit angegebenem Ursprung in Regionen mit tropischem Klima und Mischungen solcher Honigarten untereinander 80 mg/kg

 7.  Diastase-Zahl nach Schade, bestimmt nach Behandlung und Mischung
    a) Im Allgemeinen mit Ausnahme von Backhonig mindestens 8,
    b) Honigarten mit einem geringen natürlichen Enzymgehalt mindestens 3 (z.B. Zitrushonig) und einem HMF-Gehalt von höchstens 15 mg/kg

Was passiert bei der Lagerung von Honig?

    Honig ist bei sachgerechter Lagerung (trocken, dunkel, kühl = ca. 16 °C) über mehrere Jahre haltbar. Er wird durch seinen hohen Zuckergehalt sowie Inhaltsstoffe, die die Entwicklung
    von Mikroorganismen hemmen, konserviert.
    Bei sachgemäßer Lagerung werden sich auch die genannten Parameter innerhalb von 24 Monaten nur unwesentlich ändern.
    Bei verschlossenen Gläsern und trockener Lagerung erhöht sich der Wassergehalt nicht; es erfolgen keine Verringerung der Enzymaktivitäten und nur eine geringe Erhöhung des  
    HMF-Gehaltes.

Quelle: Universität Hohenheim




28.9.2018

Franzosen als Wegbereiter für das Verbot von Pestdiziden

In Frankreich sind ab dem 1. September 2018 fünf besonders bienenschädliche Insektengifte komplett verboten. Die Deutschen hinken wieder einmal hinterher. Hier und in der übrigen EU,  werden nur drei   Neonicotinoide in der Freilandnutzung untersagt und das Verbot gilt erst  ab 2019. Einige der giftigen Wirkstoffe werden natürlich von Bayer auf den Markt geschmissen. Leider gehören die Neonicotinoide zu den am meisten genutzten Pestiziden der Erde. Dabei werden nicht nur sogenannte Schädlinge getötet, sondern es leiden auch Hummeln  und Bienen. Mit dem Verbot der fünf  Neonicotinoide wird Frankreich zum  Vorreiter im Bienenschutz.

Quelle: Biene & Natur 10/2018


28.9.2018

Bienen geben ihr Wissen weiter

Bereits vor mehr als 50 Jahren hatte Professor Martin Lindauer eine genial angelegte Studie durchgeführt. Lindauer brachte  ein Bienenvolk dazu, eine Futterstelle zu einer sehr ungewöhnlichen Tageszeit zwischen 5 und 6 Uhr morgens am zu besuchen. Die Sammelbienen dieses Volkes passten sich sehr schnell diesen ungewöhnlichen Gegebenheiten an, indem sie sich an die vorgegebenen Uhrzeiten hielten. In diesem Volk gab es, wie im Sommer üblich, ein Brutnest mit verdeckelten Brutzellen. Nun kam Lindauer auf die Idee, ein weiteres Bienenvolk auf einen anderen Futterplatzbesuch abzurichten, an dem es den ganzen Tag über etwas zu holen gab. Diesem  Volk entnahm er die verdeckelte Brut des ersten Volkes und bildete mit den frisch schlüpfenden Jungbienen ein neues Volk, dem nun den ganzen Tag Futter angeboten wurde. Und tatsächlich, diese Bienengruppe flog nicht mit ihren neuen Stockgenossinnen aus, sondern zum Zeitpunkt, an dem ihr Muttervolk aktiv war, also nur zwischen 5 und 6 Uhr.  Das gleiche Experiment machte Lindauer mit den Bienen während einer anderen ungewöhnlichen  Uhrzeit, zwischen 20 und 21 Uhr.
Es gibt zwei mögliche Erklärungen die Licht in  dieses Phänomen geben  könnten. Entweder waren mit der verdeckelten Brut einige Sammlerbienen aus dem ersten Volk mit in das zweite Volk hineingeraten, Bienen haben einen sehr ausgeprägten Geruchs- und Orientierungssinn und haben so die Informationen an die frisch schlüpfenden Bienen weitergegeben oder sie haben  die Informationen über die Gene  übertragen bekommen. Letzteres ist eher unwahrscheinlich.

Quelle: Hobos, Haoneybee onlnie Studies Martin Lindauer beschreibt sein Experiment als „Lindauer unpublished“ auf Seiten 138 und 139 in Hölldobler B, Lindauer M (1985) Fortschritte Zoologie 31


3.9.2018

Biene verbindet

Rund um die Wildbiene gibt es leider kaum gute Nachrichten. Von eingen Naturverbänden wird sogar behauptet, dass die Honigbiene der Imker die Wildbiene verdrängt wird. Diese Behauptung ist jedoch nicht nachgewiesen. Mit dem Netzwerk "Blühende Landschaften", unterstützt von Greenpeace hat eine Filmfirma Stuio 100 das "Projekt Klatschmohnwiese" ins Leben gerufen.  Die Trickfilmbiene Maja, deren Rechte das Studio besitzt, wird Patin für 50.000 Quadratmeter Blühflächen.  Und wer Maja und ihren trägen Freund Willi kennt, der weiß: Diese Biene kann Artgenossen wieder flottmachen.

Quelle:  greenpeace Magazin 4.18

3.9.2018

Herbst

Den letzten Honigernten im Herbst haftet immer ein Hauch von Traurigkeit an. Eine Erntesaison , ein produktives Jahr ist vorüber. Die Biennen haben ihre Winternahrung aufgenommen und wir Imker hoffen, dass die Varroamilme unseren Bienen nicht so viel zu schaffen macht.  Der Wald-Honig allerdings ist unglaublich: dunkel, mit einem Geschmack von  Melasse und zarten Eukalyptusnoten, für die Biene allerdings nicht gut für die Überwinterung. (Melasse erinnert mich immer  an die Zeit nach 1945 als wir alle hungerten und bei der Zuckerfabrik in Wedel Behälter wagen  auf dem Gleis standen und wir uns daran machten in der Nacht Melasse zu zapfen). Wie eine Moll-Tonleiter erfüllt von herbstlicher Melanchonie, die goldenen Sonnenuntergängen erzählt von langen Schatten und kühlen Herbstnächten.

Quelle:  Jack Mingo, Riemann Verlag  


24.8.2018

Wir hoffen auf einen wirkungsvollen Insektenschutz der dann auch umgesetzt wird


Jedenfalls hat das Bundeskabinett  "am 20. Juni 2018  Eckpunkte für ein künftiges Aktionsprogramm zum Insektenschutz in Deutschland verabschiedet. Es enthält Ziele, die seit langem u. a. von der Forschung gefordert werden:

mehr Strukturreichtum in der Agrarlandschaft,
weniger Pestizideinsatz,
weniger Lichtverschmutzung.

Können sich die Insekten also bald über bessere Über-Lebensbedingungen freuen?

Dass die neue Bundesregierung auf das Insektensterben reagieren muss, war bereits dem Koalitionsvertrag zu entnehmen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze wollte schon in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit aktiv werden und die Eckpunkte für das „Aktionsprogramm Insektenschutz“ erarbeiten, das jetzt verabschiedet wurde.

Mit dem „Aktionsprogramm Insektenschutz“ sollen Maßnahmen in folgenden Bereichen ergriffen werden:

Insektenlebensräume und Strukturvielfalt in der Agrarlandschaft soll gefördert werden,
Insektenlebensräume in anderen Landschaftsbereichen sollen wiederhergestellt und vernetzt werden,
Schutzgebiete als Lebensräume für Insekten sollen gestärkt werden,
der Pestizid-Einsatz soll verringert werden,
der Nähr- und Schadstoffeinträgen in Böden und Gewässer soll verringert werden,
die Lichtverschmutzung soll reduziert werden,
Wissenslücken über das Insektensterben sollen geschlossen werden,
ein bundesweit einheitliches Insektenmonitoring soll erstellt werden,
Wirtschaftsverbände, Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen bis hin zu Bürgerinnen und Bürgern sollen angesprochen und zum Mitmachen motiviert werden.

Das Bundesumweltministerium will das Aktionsprogramm nach einer breiten öffentlichen Diskussion bis 2019 fertigstellen und anschließend unverzüglich mit den Maßnahmen beginnen, schreibt die Pressestelle des Ministeriums".

Wie das letztendlich umgesetzt wird gegen den Widerstand der Chemieindustrie ist noch offen. Und es sind ja wohl die Chemiekonzerne, die die Insektenvernichtungschemie zur Verfügung stellt und damit erst die kathastrophalen Umweltbedingungen eingeleitet wurden. Ohne Druck der Außerparlamentarischen Opposition  geht da nichts. Wer da glaubt, dass man sich jetzt zurücklehnen könne, die da oben tun ja etwas ist naiv.

Quellen:

    https://idw-online.de/de/news698139
    https://www.bmu.de/insektenschutz/



Abgeschrieben aus Biene und Natur (Zeitschrift für den Imker)

 
23.8.2018

Die Profitgier vernichtet unsere Artenvielfalt 

15.000 Wissenschaftler haben gerade ein SOS gefunkt -- eine Warnung an die Menschheit: Wenn wir nicht aufhören, die Umwelt zu verschmutzen, ist unser Planet verloren.

Die Fakten sind erschreckend: Unsere Artenvielfalt reduziert sich 1000 mal schneller als normal. 90% des Great Barrier Reef vor Australien ist bereits abgestorben oder steht kurz davor. Unsere Ozeane ersticken in Plastik und die Fische sind sogar schon süchtig danach.

Doch Wissenschaftler haben noch eine weitere Entdeckung gemacht: Ein Wunder, das uns retten könnte. Wenn wir 50% unseres Planeten vor menschlicher Ausbeutung schützen, ist unser Ökosystem in der Lage, sich zu stabilisieren und zu regenerieren. Die Erde kann sich tatsächlich erholen!

Regierungen auf der ganzen Welt haben bereits Zusagen zum Schutz von 25% des Planeten gemacht. Es ist also im Bereich des Möglichen.

Quelle: Avanz
© Imkerei Kraichtal